Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leitsätze

3. Beschreibung der Schule I

3. Beschreibung der Schule II

3. Beschreibung der Schule III

4. Fächerkanon I

4. Fächerkanon II

4. Fächerkanon III

5. Übergänge und Schuleingang

6. Zeugnisse

7. Förderkonzept

8.Klassenfahrt Andere Lernorte

9. AGs Teil 1

9. AGs Teil 2

9.Projekttage Schulausflug

10.Verlässliche Grundschule

11. Elternmitwirkung

12. Schulgeld

13. Entwicklungsziel

3.7 Unterrichtszeiten

Die Pflichtstunden für die Schülerinnen und Schüler sind wie folgt festgelegt:
Jahrgangsstufe 1: 23 Stunden
Jahrgangsstufe 2: 24 Stunden
Jahrgangsstufe 3/4: je 26 Stunden in der Woche.

Der Unterricht beginnt um 8.00 Uhr. Nach der 1. und der 3. Stunde haben die Schülerinnen und Schüler fünf Minuten Pause, in der sie sich auf dem Schulhof austoben können. Diese Regelung hat sich sehr bewährt, da anschließend der Unterricht konzentriert fortgesetzt werden kann.
Vor der großen Hofpause, die 25 Minuten dauert, haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in Ruhe im Klassenraum zu frühstücken. Nach der 4. Stunde haben sie noch einmal 15 Minuten Hofpause. Die 6. Stunde schließt unmittelbar an die 5. Stunde an, sodass der Unterricht spätestens um 13.30 Uhr endet.




3.8 Schulordnung

Es gibt an der St. – Pius – Schule eine Schulordnung, die bewusst knapp gehalten ist, damit sie einprägsam für alle Kinder ist. Die Aussagen sind in Schrift und Bild auf einem Plakat festgehalten, das im Treppenhaus aushängt. (Diese Schulordnung kann auch auf der Homepage der Schule nachgelesen werden.)
Jede Klasse erarbeitet zudem zu Beginn eines Schuljahres eigene Klassenregeln, die dokumentieren, welche Aspekte des Zusammenlebens gerade in diesem Klassenverband wichtig sind.

3.9 Prävention von sexualisierter Gewalt

Die Prävention von sexualisierter Gewalt ist eine aktuelle und wichtige Anforderung an die Arbeit an unserer Schule. Die Motivation, die uns als Schule dazu bewegt, kommt unmittelbar aus unserem ureigenen Selbstverständnis, das auch schon im Leitbild unserer Schule und im Leitbild der Schulstiftung im Bistum Osnabrück zum Ausdruck gebracht und bereits oben erwähnt wurde. Durch unsere Mitverantwortung gegenüber unseren Schülerinnen und Schülern, die wir gemeinsam mit den Eltern übernommen haben, wollen wir alles tun, was uns möglich ist, um den unterschiedlichen Formen der Gewalt vorzubeugen. Wir wissen, welche verheerenden Folgen erfahrene Gewalt gerade im sexuellen Bereich für die seelische und körperliche Gesundheit und für die persönliche Entwicklung haben kann.

Konkret heißt das:

1. Im Schulalltag ausschlaggebend ist das positive Schulklima, das gegenseitiges Vertrauen, Wertschätzung, Zugewandtheit, Transparenz, Offenheit, Kritikbereitschaft, konstruktive Konfliktaufarbeitung, gegenseitiger Respekt, soziale Mitverantwortung beinhaltet.

2. In der Schulgemeinschaft werden die gemeinsamen Ziele aller an Schule Beteiligten / der Erziehungsgemeinschaft bewusst gemacht.

3. Auch die Stärkung der Mädchen und Jungen bleibt ein wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit. Kinder mit Selbstvertrauen, die in ihrem Alltag mit ihren eigenen Grenzen und Bedürfnissen ernst genommen werden, haben eine größere Chance, schon beginnende sexualisierte Grenzüberschreitungen wahrzunehmen und jemandem davon zu erzählen. Auseinandersetzungen und Aufarbeitung von Grenzüberschreitungen, sexuellen Übergriffen und sexualisierter Gewalt müssen ein fester Bestandteil in der Schule sein. Die Schülerinnen und Schüler brauchen eine offene Atmosphäre, in der auch schwierige Dinge ausgesprochen werden können.

4. Distanz und Nähe ist ein Spannungsfeld pädagogischer Professionalität, die einen besonderen Stellenwert gewinnt. Offenheit und Ehrlichkeit – auf der Basis des Respekts voreinander – stärkt die gemeinsame Basis, schafft Vertrauen, auch bei Schwierigkeiten. Auf der einen Seite entsteht durch die Intensität der Arbeit häufig ein persönlicher Kontakt, auf der anderen Seite müssen wir als Pädagogen immer wieder innerlich auf Distanz gehen, um handlungsfähig zu bleiben.
Jeder Mensch hat sein eigenes Maß an Nähe und Distanz, das sich nicht in
Zentimetern ausdrücken lässt. Das muss respektiert werden.

5. Ein „Verhaltenskodex“, der von allen an der Schule Beteiligten getragen wird, ergibt sich als Kernaussage aus den bewusst gesetzten gemeinsamen Zielen und ist bei uns verankert. Er ergänzt die Präventionsmaßnahmen und könnte folgendermaßen aussehen:
„In unserer Schule beachten wir konsequent, dass bei uns keine Grenzverletzungen, kein sexueller Missbrauch und keine sexualisierte Gewalt möglich sind.
Wir nehmen die individuellen Grenzempfindungen der Kinder und der Erwachsenen ernst und beziehen unmissverständlich Stellung gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches und gewalttätiges verbales und nonverbales Verhalten.“

6. Um die verbale Misshandlung an der Schule möglichst zu vermeiden, wird klar zu Schimpfwörtern und beleidigenden Äußerungen Stellung genommen.
Auch wenn unsere Schülerinnen und Schüler vielleicht nicht immer die Bedeutung von den von ihnen gesprochenen Schimpfwörtern kennen, spüren sie aber die tiefe emotionale Wirksamkeit, können verletzende Gesten einordnen. Diese Verletzungen sollen sich an unseren Schulen nicht zugefügt werden.

7. Ein weiterer Punkt ist die Schulwegsicherung. Kinder müssen sich zunehmend selbstständig ihre Lebensräume erobern. Sie müssen lernen, Gefahren zu sehen, einzuschätzen und zu bewältigen – allein oder mit Hilfe. Durch selbstbewusstes und sozial kompetentes Verhalten können Kinder Belästigungen oder Gewalt gegen sie vorbeugen und entsprechend reagieren. Diese Reaktionen müssen eingeübt werden,z.B.
- Kinder lernen, aufeinander zu achten, sich zu warnen oder sich in Gefahrensituationen beizustehen, unübersichtliche Wegstrecken nicht alleine zurückzulegen.
- Sie lernen, sich im Notfall nicht zu verstecken, sondern in die Richtung zu laufen, wo es hell ist und Menschen sind.
- Sie lernen, Belästigungen und Bedrohungen zu widerstehen, ohne in Panik zu geraten.
- Sie lernen, sich selbst zu vertrauen und Hilfe bei einem vertrauenswürdigen Erwachsenen zu suchen.
- Sie lernen konkrete Anlaufstellen auf ihrem Schulweg kennen, wie z. B. ein Geschäft, wo sie um Hilfe bitten können.
Das sollte an Elternabenden thematisiert werden.

8. Durch persönlichkeitsstärkende Programme sollen die Kinder lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu erleben und zu benennen. Es sollte ihnen möglich sein, sowohl über angenehme und schöne als auch über unangenehme Gefühle zu sprechen. Sie müssen in weiteren Schritten auch lernen, dass ihre Gefühle und Empfindungen von Anderen zu respektieren sind, und dass sie selbst entscheiden, was sie zulassen. Das gilt allerdings genauso für die Gefühle der Anderen. Es geht um Respekt und Toleranz untereinander, aber auch um die Gefühle Erwachsenen gegenüber.
Den Kindern muss vermittelt werden, dass sie das Recht haben, Erwachsenen Grenzen zu setzen. „NEIN“ hat in diesem Bereich nichts mit Ungehorsam zu tun, sondern ist ein Ausdruck klarer Selbstbehauptung. Sollten die Erwachsenen das NEIN der Kinder nicht akzeptieren oder einfach ignorieren, haben die Kinder keine Schuld, sondern haben das Recht, sich Hilfe zu holen. Ja- und Nein-Sagen müssen Kinder lernen. Kinder erleben immer wieder, dass sie gegen ihren Willen körperliche Berührungen dulden müssen. Auch eine scheinbar geringe Missachtung ihres Rechts auf körperliche Selbstbestimmung schwächt Kinder im Hinblick auf den Schutz vor Misshandlung.
Bei den Mädchen sollte besonders darauf geachtet werden, dass sie ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl entwickeln. Ihnen muss deutlich gemacht werden, dass sie ihre eigenen Gefühle ernst nehmen dürfen und müssen und nicht nur die Gefühle der anderen verstehen. Den Jungen muss Raum gegeben werden, auch Gefühle wie Angst und Hilflosigkeit zeigen zu dürfen. Sie brauchen die Unterstützung, sich in andere hinein versetzen zu können, deren Gefühle zu verstehen und Grenzsetzungen zu akzeptieren.

9. Um die Sensibilität gerade auch auf diesem Gebiet weiter zu entwickeln, nehmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Fortbildungen teil. Es soll hingesehen und hingehört werden, um frühzeitig Signale aufnehmen und Anzeichen für eine mögliche Gefährdung wahrnehmen zu können.